Rekord im August 2026: 375 Erstmeldungen
Meist rund 126 Erstmeldungen im Monat. Erstmeldungen pro Monat nach Schweregrad. Grau hinterlegte Monate sind unvollständig erfasst (werden nachgefüllt); der laufende Monat ist blasser dargestellt.
Ereignisse hinter den Ausschlägen – mit Presseberichten
Die Zahlen stammen aus den NINA-Daten, die Links führen zu unabhängigen Berichten über dasselbe Ereignis. Die Nummern stehen als dunkelblaue Marken über dem Balken des jeweiligen Monats im Diagramm. Zeitliches Zusammentreffen ist ein starkes Indiz, aber kein Beweis.
- 1Ausfall der Notrufnummern 110 und 112, 11. November 2021 11.11.2021 – 11.11.2021
In den frühen Morgenstunden des 11. November 2021 waren die Notrufnummern 110 und 112 ab etwa 4:30 bis 4:50 Uhr in mehreren Bundesländern nicht erreichbar, genannt werden Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, das Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. In NRW blieben Polizei und Feuerwehr über ihre örtlichen Festnetznummern erreichbar. Die Telekom sprach von einem technischen Fehler, vermutlich durch neu installierte Software, und schloss einen Cyberangriff zunächst aus; behoben war die Störung je nach Bericht gegen 5:40 bis 6 Uhr.
In den NINA-Daten: 88 Erstmeldungen (Meldungen mit „Notruf“, „Ausfall“ oder „Störung“ in der Überschrift) in 1 Tagen – 211,6-mal so viele pro Tag wie im sonstigen Durchschnitt (0,4 pro Tag). Meldungsreichste Tage: 11.11. (88); Anteil schwerer/extremer Meldungen: 55%.
- 2Sturmserie Ylenia, Zeynep und Antonia, 16. bis 21. Februar 2022 16.02.2022 – 21.02.2022
Nacheinander zogen drei Sturmtiefs über Deutschland: Ylenia am 16./17. Februar, Zeynep am 18./19. Februar mit Orkanböen an vielen Orten (der stärkste Tag der Serie) und Antonia in der Nacht zum 21. Februar, vor allem auf Bergen und an den Küsten. West- und Norddeutschland waren laut dem Bericht stärker betroffen als der Süden.
In den NINA-Daten: 46 Erstmeldungen (Meldungen mit Sturm-, Orkan- oder Unwetter-Begriffen in der Überschrift) in 6 Tagen – 62,9-mal so viele pro Tag wie im sonstigen Durchschnitt (0,1 pro Tag). Meldungsreichste Tage: 16.02. (12), 17.02. (11), 21.02. (8); Anteil schwerer/extremer Meldungen: 2%.
- 3Sturmflut-Serie an Nordsee und Elbe, Winter 2023/24 20.12.2023 – 31.01.2024
Mehrere Sturmtiefs drückten Wasser in Elbe und Weser. Laut yacht.de zählte das BSH in der Saison 2023/24 an der Nordseeküste 13 Sturmfluten, zwei davon schwer. Hamburg meldete überflutete Straßen und den Fischmarkt unter Wasser, zu Weihnachten warnten das BSH und die Medien zusätzlich vor Hochwasser im Binnenland.
In den NINA-Daten: 49 Erstmeldungen (Meldungen mit „Sturmflut“ in der Überschrift) in 43 Tagen – 13,3-mal so viele pro Tag wie im sonstigen Durchschnitt (0,1 pro Tag). Meldungsreichste Tage: 21.12. (10), 24.01. (9), 14.01. (6); Anteil schwerer/extremer Meldungen: 10%.
- 4Hochwasser in Süddeutschland, Mai/Juni 2024 30.05.2024 – 12.06.2024
Außergewöhnlich starker Regen vom 30. Mai bis 3. Juni 2024 löste in Bayern und Baden-Württemberg Hochwasser aus. Nach dem KIT-CEDIM-Bericht wurde in 18 bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall ausgerufen, der DWD gab in mehr als zehn Landkreisen die höchste Warnstufe 4 aus. Die Stuttgarter Zeitung beziffert den Schaden auf rund 4,1 Mrd. Euro.
In den NINA-Daten: 146 Erstmeldungen (alle Erstmeldungen in Bayern und Baden-Württemberg) in 14 Tagen – 12,8-mal so viele pro Tag wie im sonstigen Durchschnitt (0,8 pro Tag). Meldungsreichste Tage: 01.06. (39), 03.06. (39), 02.06. (34); Anteil schwerer/extremer Meldungen: 58%.
- 5Waldbrandserie nach monatelanger Trockenheit, August 2026 01.08.2026 – 31.08.2026
Laut Euronews fiel seit März in fast ganz Deutschland unterdurchschnittlich viel Regen, die Bodenfeuchte ähnelte den Dürrejahren 2018 und 2022; der DWD sah im August fast bundesweit hohe Waldbrandgefahr. Salzburg24 berichtet, dass am 13./14. August der Ortsteil Gey (Hürtgenwald, Eifel) mit rund 1.800 Einwohnern evakuiert wurde, NINA zeigte „Extreme Gefahr“. Im Main-Kinzig-Kreis rief der Landkreis dazu auf, Wasser zu sparen.
In den NINA-Daten: 300 Erstmeldungen (Meldungen der Kategorie Brand) in 31 Tagen – 4,2-mal so viele pro Tag wie im sonstigen Durchschnitt (2,3 pro Tag). Meldungsreichste Tage: 16.08. (38), 14.08. (34), 17.08. (28); Anteil schwerer/extremer Meldungen: 9%.
45% der Warnungen kommen werktags tagsüber
Werktags zwischen 8 und 18 Uhr. Erstmeldungen nach Wochentag und Uhrzeit (Ortszeit); Dunklere Zelle = mehr Meldungen.
„Brand“ prägt das Jahr – Höhepunkt im August
Im August durchschnittlich 137 Meldungen, etwa 3,2-mal so viele wie im November. Durchschnittliche Erstmeldungen je Kalendermonat und Thema, eine gemeinsame Farbskala – Menge und Jahreszeit auf einen Blick. Umrandete, nummerierte Zellen sind unten erläutert. Gemittelt über vollständige Monate (Anfangs-, Endmonat und Erfassungslücken ausgeklammert).
Auffälligkeiten und Einordnung
- 1Brand · Jul–Aug
Ø 126,2 Meldungen pro Monat – das 1,7-Fache des Monatsmittels dieses Themas (74,0). Größte Einzelmonate: Aug 2026 (300), Jul 2026 (195), Aug 2022 (118) – zusammen 49% aller 1.262 Fälle. Einordnung: nur in einem Jahr deutlich erhöht. Typische Begriffe in den Überschriften: „rauchentwicklung“ (23%), „geruchsbelästigung“ (23%), „brand“ (18%).
- 2Umwelt · Dez–Feb
Ø 14,2 Meldungen pro Monat – das 2,7-Fache des Monatsmittels dieses Themas (5,3). Größte Einzelmonate: Feb 2022 (60), Dez 2023 (38), Jan 2024 (37) – zusammen 63% aller 213 Fälle. Einordnung: wiederkehrendes Muster – in 3 verschiedenen Jahren spürbar erhöht. Typische Begriffe in den Überschriften: „sturmflut“ (65%). Schwerpunkt: Hamburg (66%).
- 3Geophysik · Mai–Jun
Ø 22,5 Meldungen pro Monat – das 2,0-Fache des Monatsmittels dieses Themas (11,1). Größte Einzelmonate: Jun 2024 (107), Mai 2024 (60), Mai 2025 (12) – zusammen 80% aller 225 Fälle. Einordnung: kein stabiles Saisonmuster, sondern von wenigen Einzelereignissen getragen.
- 4Infrastruktur · Nov
Ø 27,6 Meldungen pro Monat – das 2,0-Fache des Monatsmittels dieses Themas (13,8). Größte Einzelmonate: Nov 2021 (93), Nov 2023 (13), Nov 2024 (11) – zusammen 85% aller 138 Fälle. Einordnung: kein stabiles Saisonmuster, sondern von wenigen Einzelereignissen getragen. Typische Begriffe in den Überschriften: „ausfall“ (69%), „notruf“ (27%).
- 5Gesundheit · Jul–Sep
Ø 9,2 Meldungen pro Monat – das 1,7-Fache des Monatsmittels dieses Themas (5,5). Größte Einzelmonate: Aug 2025 (15), Sep 2026 (14), Aug 2026 (14) – zusammen 31% aller 138 Fälle. Einordnung: wiederkehrendes Muster – in 4 verschiedenen Jahren spürbar erhöht. Typische Begriffe in den Überschriften: „abkochgebot“ (28%), „trinkwasser“ (23%), „trinkwasserverunreinigung“ (21%).
- 6Gefahrstoffe (CBRNE) · Jun–Jul
Ø 7,0 Meldungen pro Monat – das 1,8-Fache des Monatsmittels dieses Themas (4,0). Größte Einzelmonate: Jun 2026 (18), Jul 2025 (9), Jun 2023 (8) – zusammen 50% aller 70 Fälle. Einordnung: in zwei Jahren erhöht – ein Muster ist möglich, aber noch nicht gesichert. Typische Begriffe in den Überschriften: „gasaustritt“ (30%).
Rekordmonat August 2026: 376 Meldungen
Der Wert liegt deutlich über allen anderen Jahren; die Sommerspitze ist noch kein stabiles Muster. Erstmeldungen je Kalendermonat, eine Linie pro Jahr (jüngstes Jahr hervorgehoben). Unvollständige Monate fehlen.
Jedes Thema hat seine eigene Saison
Brand im August, Infrastruktur im November, Allg. Sicherheit im September. Ø Erstmeldungen je Monat für die sechs häufigsten Themen. Achtung: jede Teilgrafik hat eine eigene Skala – Höhen nur innerhalb eines Themas vergleichen. Dunkler Balken = Spitzenmonat.
Wann im Jahr fällt welches Thema an?
Jede Zeile für sich: Zellenwert = Anteil der Jahressumme des Themas in Prozent, Farbstärke = Anteil im Vergleich zum stärksten Monat dieses Themas (kräftigste Farbe = Spitzenmonat). Zeigt nur die Form des Jahres, nicht die Menge – das Jahresvolumen steht in der Zeilenbeschriftung.